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Die  EU-Mitgliedsstaaten sollen ihren Baubestand möglichst klimaneutral sanieren und mit intelligenten Technologien für einen effizienten Gebäudebetrieb sorgen, Gebäude mit Hilfe von Intelligenz-Indikatoren kennzeichnen, die Elektro-Mobilität fördern und öffentliche und private Investitionen mobilisieren: Das sind die zentralen Ziele der novellierten EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.

Gebäude in Europa verbrauchen rund 40 Prozent der Energie und verursachen 36 Prozent der CO2-Emissionen. Durch die Renovierung bestehender Gebäude lassen sich der Gesamtenergieverbrauch um bis zu 6 Prozent und die CO2-Emissionen um etwa 5 Prozent senken. Diese Energieeffizienz erfordert Investitionen, die die Wirtschaft ankurbeln, vor allem die Bauindustrie. Die Branche erwirtschaftet mit 18 Millionen direkten Arbeitsplätzen rund 9 Prozent des europäischen BIP, davon über 70 Prozent in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), denen verstärkte Sanierungstätigkeit direkt zugute kommt. In Österreich sind rund vier Fünftel der Baubetriebe Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten.

Sanierungsquote europaweit unzureichend

Trotz teilweise langjähriger Bemühungen werden in den einzelnen Mitgliedstaaten jährlich nur 0,4 bis 1,2 Prozent des Bestands renoviert (in Österreich 0,6 Prozent). Daher hat die Europäische Kommission dieses Paket vorgeschlagen, um das enorme Potenzial für Energieeffizienzgewinne zu heben und neue wirtschaftliche Optionen in der Bauindustrie zu finden.

Die Hauptziele der [EPBD 2018]

Die neue EU-Gebäuderichtlinie will

* einen klaren Weg für einen CO2-armen Gebäudebestand in der EU bis 2050 schaffen
* den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und intelligenter Technologie für effizienten Betrieb von Gebäuden fördern
* die Einführung von E-Mobility-Infrastruktur unterstützen
* einen "intelligenten Bereitschaftsindikator" einführen, der die Fähigkeit der Gebäude zur Nutzung neuer Technologien und elektronischer Systeme zur Anpassung an die Bedürfnisse des Verbrauchers, zur Optimierung seiner Funktionsweise und zur Interaktion mit dem Stromnetz misst
* langfristige Gebäudesanierungsstrategien integrieren und erheblich stärken, einschließlich einer soliden Finanzierungskomponente
* öffentliche und private Finanzierung und Investitionen mobilisieren
* zur Bekämpfung der Energiearmut beitragen und die Energiekosten der Haushalte durch die Renovierung älterer Gebäude senken

Nutzen für die Bauwirtschaft

Das Gesamtpaket mit den zusätzlichen Investitionen in Energieeffizienz soll das Bruttoinlandprodukt (BIP) bis 2030 um 101 Mrd. Euro steigern: Für 2030 wird ein Anstieg des BIP um 0,61 Prozent erwartet, vor allem in den Sektoren Bau und Maschinenbau. Bau- und Renovierungsunternehmen sollen langfristig profitieren, sowohl von zusätzlichen lokalen Investitionen in die Gebäudesanierung als auch von der steigenden Nachfrage der Verbraucher. Der Beschäftigungseffekt in der EU wird bis 2030 mit + 0,25 Prozent veranschlagt, das wären etwa 568 000 zusätzliche Arbeitsplätze.

Zukunft Bauen 2021

Ursprüngliches Ziel unserer Befragung von Bauexperten und Bauexpertinnen war die Begleitung der EPBD 2010 ab 2011. Dieser Prozess war mit Ende 2020 abgeschlossen, das Thema jedoch keineswegs erledigt. Mit der Neufassung 2018 bekam der Umbau der Baubranche eine neue Leitlinie für die energetischen Standards bis 2030, die wir ebenfalls begleiten wollen. 

 

 

 

 

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