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Baubranche kennt das Problem
und hat Lösungen für die klimabedingten Veränderungen

Viel zu milde Novembertage sind wieder Anzeichen für den fortschreitenden Klimawandel, ebenso wie die nächste Hitzewelle. Die kommt sicher, und dann bringen es Sonnenschein und Südwind wieder an den Tag: Unsere gebaute Umwelt ist nicht hitzetauglich! Zunehmend werden Klimaanlagen eingesetzt, um Innenräume erträglich zu machen. Kühlung innen bedeutet aber mehr Hitze außen, was insgesamt die Problematik verschärft. Und das mit stark steigendem Energieverbrauch, meist konventionellem Strom, und CO2-Ausstoß. Alternativen sind gefragt, und machbar: Etwa durch frühzeitige umfassende Planung – z.B. mit Energiespeicher –, oder mit passivem Sonnenschutz durch Beschattung.

Vermeidung sommerlicher Überhitzung
In unserer Expertenbefragung liegt dieses heiße Thema seit 2011 immer im Spitzenfeld der ‚Zukünftigen Herausforderungen für die Baubranche‘.
 

Das Diagramm zeigt
   die Durchschnittsnoten von 2015 für die ersten 12 von 22 vorgeschlagenen Themen, und 
   die Zeitreihen 2011 bis 2015 für die sieben hitzerelevanten Faktoren

Die nachfolgende Tabelle der Top 3-Herausforderungen (= Dauer-Spitzenreiter seit 2011) listet Jahresnoten; deren jährliche Veränderung; und die Veränderungen zwischen 2011 und 2015: diese liegen meist innerhalb der Schwankungsbreite und gleichen sich über die Jahre aus; nur bei ‚Nutzung erneuerbarer Energie‘ zeigt sich ein leicht steigender Trend.  

 

Top 3-Herausforderungen

∆ = Veränderung, minus = rot

2011

2012

2013

2014

2015

∆11/

12

∆12/

13

∆13/

14

∆14/

/15

11/

/15

Trend

Nutzung erneuerbarer Energie

1,73

1,55

1,54

1,68

1,57

0,18

0,01

0,14

0,11

0,16

ì

Verm. sommerl. Überhitzung

1,64

1,59

1,73

1,64

1,57

0,05

0,14

0,09

0,07

0,07

 

Energieausweis

1,68

1,64

1,64

1,67

1,68

0,04

0,00

0,03

0,01

0,00

 

Auch bei den anderen 19 jährlich gleichlautenden Themen unter den ‚Herausforderungen‘ zeigt sich diese Kontinuität der Antworten, trotz jährlich wechselndem Teilnehmerkreis.

Wien ist anders, klima aktiv auch

Verwendung erneuerbarer Energie‘ und ‚Vermeidung sommerlicher Überhitzung‘ halten klimaaktiv-Partner signifikant für wichtiger als die Nicht-Partner, was die Durchschnittsnoten von 2015 belegen:

 

Top 3-Herausforderungen

∆ = Veränderung (minus in rot)

alle

klima aktiv

≠ ka

∆ ka/≠ ka

Trend

Wien

≠ W

∆ W/≠ W

Verwendung erneuerbarer Energie

1,57

1,43

1,65

0,22

ì

1,60

1,55

0,05

Vermeidung sommerl. Überhitzung

1,57

1,46

1,63

0,17

ì

1,59

1,56

0,03

Energieausweis

1,68

1,74

1,64

0,10

 

1,63

1,70

0,07

In Wien und außerhalb Wiens (Wien) bekommen die Top-Themen jedoch praktisch gleiche Noten. Erstaunlich, sorgen doch dichte Bebauung, Versiegelung und Abwärme für eine Verschärfung des Hitzeproblems im urbanen Bereich. Eine unterschiedlich Benotung wäre daher zu erwarten gewesen. 

       Die Noten für ‚Klimaschonende Mobilität’ unterscheiden sich dagegen erwartungsgemäß:
       Wien 2,13 / ≠Wien 2,43 : der Unterschied von 0,30 ist signifikant.

Lösungen für heute und morgen
Die Baubranche weiß nicht nur um das Problem, sie hat auch Lösungen: Es gibt Know-how, Technik und Materialien, um Gebäude so zuplanenundzubauen,dass der Wohnkomfort auch während hochsommerlicher Hitzeperioden ohne zusätzlichen Energieaufwand gewährleistet wird. Im Idealfall schützen wir uns nicht nur vor der „unerwünschten“ Energie, sondern nutzen sie; entweder gleich, nach entsprechender Umwandlung, z.B. für Klimatisierung oder Kühlung, oder später, nach bestmöglicher Speicherung.

Zukünftig wird man nicht nur das einzelne Gebäude betrachten, sondern auch die Wechselwirkungen mit der Umgebung und anderen Bereichen, etwa dem Verkehr. Diese Entwicklung erfordert gutes Zusammenspiel aller Teilbereiche, damit ein Gesamt-Optimum geplant und erreicht werden kann.

 

Sommertauglichkeit, Energieversorgung, Kühlung
Die besten Lösungen für ein angenehmes Wohnklima setzen an, lange bevor Probleme auftreten: Integrale / ganzheitliche / interdisziplinäre Planung ermöglicht Gebäude mit geringem Verbrauch,  erneuerbarer Energieversorgung und Speichermöglichkeiten wie Betonkernaktivierung, Wassertanks oder Erdspeicher. Auch bei Bestandsbauten können Effekt und Kosten optimiert werden, etwa durch Hitzeschutz mit Markisen, Rollläden oder Jalousien. Bernd Vogl, der Leiter der Wiener MA 20 Energieplanung, fasst den Status und die bereits angelaufenen Entwicklungen zusammen: 

 

„In Wien ist Sommertauglichkeit nicht erst seit dem Rekordsommer ein Thema. Ein Leitfaden der MA 20 zeigt, wie Beschattungssysteme optimal geplant und eingesetzt werden. Wichtig im dicht verbauten Gebiet sind natürlich Begrünung und Beschattung durch Pflanzen, denen die Stadt Wien in allen Stadterweiterungsgebieten sehr viel Aufmerksamkeit widmet. 

 

Die Energieversorgung zukünftiger Stadtteile wird im Sinne der Wiener Smart City Strategie immer stärker auf erneuerbare Energie vor Ort setzen. Hier zeigt sich die Lösung der Zukunft: Nutzung von Betonmassen und Erdreich zur Speicherung von Wärme aus dem Sommer für die Beheizung im Winter über Wärmepumpen. Smarte Gebäude der Zukunft haben daher zwei Pluspunkte: erneuerbare Energie zum Heizen im Winter und angenehm temperierte Räume im Sommer durch passive Kühlung über Erd- und Betonmassen.

 

In der Bestandsstadt soll dort, wo Kühlung mit Klimaanlagen notwendig ist, die Kombination mit Photovoltaik forciert werden: Die Kühlleistung wird ja gerade dann benötigt, wenn (zu) viel Sonne scheint. Eine weitere Variante ist die Fernkälte, die dann zum Einsatz kommen kann, wenn überschüssige Energie aus Erneuerbaren oder Abwärme im Fernwärmesystem zur Verfügung steht.“

 

Weiterführende Information

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Broschüren und Berichte

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